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Last updateMi, 31 Jan 2018 10pm

Traumpfade Panama - der Kanal

Wer in Panama weilt, der schaut sich auch meist den Panamakanal an, denn schließlich ist das immer noch die wichtigste Einrichtung im Land und einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt.

Rund 82 Kilometer ist der Kanal lang und verbindet seit der Eröffnung 1914 den Pazifik mit dem Atlantik. Das war´s dann auch schon an Informationen von mir, es gibt viele gute Seiten im Netz, die alles über den Bau und die Nutzung des Kanals genauestens aufführen.

Wir wollten natürlich auch den Panamakanal besichtigen, hatten aber keine Lust auf eine organisierte Tour, die natürlich im Grunde genommen bequem ist. Man zahlt, steigt in den Bus und braucht sich um nichts mehr zu kümmern.

Eine andere Möglichkeit ist, man schnappt sich ein Taxi und bekommt gratis eine Führung, je nach Lust und Laune des Taxifahrers. Taxifahrten sind in Panama nicht allzu teuer.

Auch das wollten wir nicht, wir hatten uns gedacht, wir versuchen es einfach mal mit öffentlichen Verkehrsmittel. Aus unserem Reiseführer wussten wir, dass es zwei Stellen gibt, wo man als Besucher die Schleusenvorgänge am Kanal besichtigen kann. Eine Möglichkeit ist in der Nähe von Colon bei den Gatunschleusen.. Da in Colon die Kreuzfahrtschiffe ankommen, ist das immer die beste Option für Kreuzfahrer.

Wir waren aber in Panama-Stadt und da bot sich an, dass wir zu der Aussichtsplattform Miraflores-Schleuse fahren. Dort gibt es ein großes Besucherzentrum mit allem Drum und Dran.

Mit der Metro fuhren wir von San Isidro bis zur Endstation Albrook. Mit den Tickets für die Metro, das geht ganz einfach. Man kauft an einem Automaten eine Karte für 2 USD. Dann lädt man im zweiten Schritt die Karte mit Guthaben auf. Wir haben alles ohne Hilfe am Automaten erledigen können. Es ist alles auf englisch und selbsterklärend. Es muss nicht jeder eine eigene Karte haben, sondern man kann alles mit einer Karte machen. Es funktioniert so, dass man die Karte vor ein Lesegerät hält und der Betrag wird abgebucht. Beim Aussteigen hält man die Karte dann wieder davor.

Von der Metrostation in Albrook gibt es eine Fußgängerbrücke bis zum Autobusterminal. Das ist wahnsinnig groß. Es war etwas schwierig nun den Bus bis Miraflores zu finden. Er fährt außerhalb des Terminals ab, aber auch da gibt es etliche Haltestellen. Man muss sich einfach durchfragen. Die Antworten kommen aber alle auf spanisch. Mit englisch kamen wir nicht weit.Auf dem Bus steht aber Miraflores geschrieben.

Die Fahrt dauert nicht lange, insgesamt liegt Miraflores nur 10 Kilometer von der City entfernt.Die letzte Haltestelle, oder da, wo die meisten aussteigen, da ist man richtig.

Der Eintritt kostet 15 USD, es wird allerlei geboten im Visitorcenter auf 4 Etagen. Alle Stunde wird ein Film gezeigt, denn natürlich wird nicht immer geschleust. Ich hatte aber im Netz gelesen, dass man zwischen 15 und 17 Uhr die besten Chancen hat, Schiffe beim Schleusen zu beobachten.

Die Aussichtsplattformen sind in dieser Zeit sehr voll, denn natürlich kommen auch viele Busse mit Touristen an. Wir hatten Glück, denn wir wollten zunächst etwas Kühles trinken. Es gibt ein Restaurant in der 2. Etage, dort gibt es Buffetessen, aber danach war uns nicht, ist auch recht teuer.

So bekamen wir einen Tisch in dem rechten Balkongang zugewiesen und das direkt an der Brüstung mit Sicht auf das Schleusenhaus. Wir hatten auch einen tollen Blick auf den Kanal. Langsam füllte es sich überall und wir waren froh um unseren Zweiertisch. Hier draußen konnte man sogar eine Portion Pommes bekommen.

Nur, man sitzt in der „prallen“ Sonne, ein Panamahut tut gute Dienste. Dann kamen die ersten Schiffe, große Pötte und kleine Segelschiffe. Wir haben Sicht auf 2 Schleusenkammern, die neue Erweiterung liegt etwas weiter weg. Man sieht aber in der Ferne auch die riesigen Pötte vorbeifahren.

Die erste Kammer wird geleert, langsam sinkt das Schiff immer tiefer, mulas halten die Schiffe in der Spur. Das sind Diesellokomotiven, die auf Schienen laufen. Es ist schon ein beeindruckendes Schauspiel und es kommen viele Schiffe, große und kleine. Nun wird auch die andere Schleusenkammer geleert, irgendwann werden die doppelten Tore geöffnet und ganz langsam fuhren die Schiffe nach und nach raus. In der Ferne warteten schon wieder die nächsten Schiffe.

Übrigens so eine Durchquerung des Panamakanals dauert um die 15 Stunden, die Wartezeit vorher nicht eingerechnet. Von den Kosten ganz zu schweigen, da kommen schon mal schnell 800.000 USD zusammen.

Wir sitzen viel zu lange und schauen und staunen. Gut, wenn man einen Sitzplatz hat. Auf der Aussichtsterrasse knubbeln sich die Menschen. Nachdem die meisten Schiffe durchgeschleust wurden, gingen wir hoch auf die 4. Etage und hatten nun fast die gesamte Aussichtsterrasse für uns. Der Touristenansturm war vorbei.

Zurück fuhren wir dann wieder mit dem Bus bis nach Albrook und von dort mit der Metro zurück ins Hotel.

Ja, diesen Ausflug können wir empfehlen. Ich finde, es ist schon ein gigantisches Projekt und einmal zu sehen, wie die Schiffe geschleust werden, wenn man schon mal in der Gegend ist, das sieht man ja nicht alle Tage.

Mehr Informationen gibt es in meinem ausführlichen Reisebericht:
Live aus Panama 2018


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